Areal mit 35.000 qm soll künftiges Wachstum sichern

ROS Gruppe

ROS kauft großes Industrieareal in Coburg

Coburg, Oktober 2013

Das Coburger Technologieunternehmen ROS übernimmt das Gelände des Sanitärgroßhandels Max Carl von der Coburger Immobiliengesellschaft WGC. Zum Grundstück gehören eine Produktionshalle mit 4.800 Quadratmetern, Lagerräume und Sozialflächen mit rund 2.900 Quadratmetern sowie ein Verwaltungsgebäude mit rund 2.200 Quadratmetern Grundfläche. Zusätzlich mietet ROS den westlich angrenzenden Grundstücksstreifen mit einer Gesamtfläche von 8.100 Quadratmetern.

COBURG - Nach Angaben von ROS-Gesellschafter Eberhard Ros bietet das nun erworbene Max-Carl-Gelände eine langfristige Perspektive für Kapazitätserweiterungen am Firmensitz in Coburg. Diese Möglichkeiten sind am gegenwärtigen Standort in der Bamberger Straße, wo 1926 das Presswerk Ros gegründet wurde, erschöpft. Die in fünf Bauabschnitten von 1930 bis 1987 sukzessive erweiterten Produktionsflächen entsprechen zudem nicht heutigen Erfordernissen. „Wir haben hier ein Sammelsurium verschachtelter Hallen, die längst nicht mehr unseren Ansprüchen an Wirtschaftlichkeit, Workflow und Logistik entsprechen", so Eberhard Ros.

Weiteres Hallenschiff geplant

Die derzeit in der Bamberger Straße verfügbare Fläche für Produktion, Montage und Werkzeugbau wird sich mit dem Umzug auf das Max-Carl-Gelände von 3.100 auf zunächst 4.800 Quadratmeter vergrößern. Geplant ist aber bereits die Erweiterung der aus vier Schiffen bestehenden Halle um ein weiteres Hallenschiff, das noch einmal 1.200 Quadratmeter für Logistik bieten wird. An die Stelle des 1969 errichteten ROS-Verwaltungsgebäudes mit einer Bürofläche von 920 Quadratmetern werden rund 1.500 Quadratmeter treten, die sich im ersten Obergeschoss des bestehenden Max-Carl-Bürogebäudes befinden. Das Erdgeschoss soll weiterhin von der zur Bremer GC Großhandels Contor gehörenden Max Carl Haustechnik genutzt werden.

Entlang des erworbenen Grundstücks befindet sich auf dessen Westseite ein Grundstück mit einer Fläche von 8.100 Quadratmetern, das der Deutschen Bahn gehört. Da dieses Grundstück sowohl für künftige Kapazitätserweiterungen als auch für die Gestaltung der Zufahrt zur neuen ROS-Produktionsstätte relevant ist, wurde die Verfügbarkeit darüber zunächst mit Hilfe eines Mietvertrages gesichert. Auch insoweit ist ein Kauf beabsichtigt, Verhandlungen werden bereits geführt.

Umzug kommt frühestens Ende 2014

Ein Umzug ist frühestens für Ende 2014 geplant, er könnte aber auch erst Ende 2017 stattfinden. Eine entsprechende Vereinbarung über die Räumung haben ROS und der gegenwärtige Mieter des Max-Carl-Geländes getroffen. Ob dann in einem Stück oder in mehreren Etappen umgezogen wird, steht noch nicht fest. „In jedem Fall wird es ab Räumung sechs bis neun Monate dauern, bis wir dort einziehen können", so ROS-Geschäftsführer Steffen Tetzlaff. Unter anderem müssen Heizung, Klimatisierung, Druckluft und Maschinenkühlung bedarfsgerecht eingerichtet werden. Zudem ist der vollständige Austausch der Fassade der künftigen Produktionshalle erforderlich. „Das Gebäude wird nach den neuesten Vorschriften und energetischen Gesichtspunkten generalsaniert", sagte der ROS Facility Manager, Wolfgang Müller.

Standort Redwitz knapp unterlegen

Dem Beschluss zum Umzug auf das Max-Carl-Gelände ging eine jahrelange Entscheidungsfindung voraus. „Über einen Umzug dachten wir bereits 2007 nach", so Gesellschafter Eberhard Ros. Bedingt durch den über Jahrzehnte gewachsenen Geschäftsbetrieb in der Bamberger Straße waren seinerzeit die Grenzen der Wirtschaftlichkeit erreicht. Lange Laufwege, eine schlechte Anbindung des Lagers, Hallen mit geringer Raumeffizienz schufen Handlungsbedarf. Die Finanzkrise 2008 sorgte jedoch für einen drastischen Umsatzeinbruch, der die Umzugspläne in den Hintergrund rücken ließ, von dem sich ROS jetzt aber langsam wieder erholt. So wurden Kapazitätserweiterungen erst jetzt wieder ein Thema.

Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück besichtigten die ROS-Führungskräfte zahlreiche Grundstücke. „Wir haben mit fast jedem Bürgermeister der Region gesprochen", so Wolfgang Müller. Zunächst sah es dann so aus, als würde Redwitz der neue ROS-Standort. Dort fanden die ROS-Verantwortlichen nach eigenen Angaben ideale Bedingungen vor. Die Entscheidung für Coburg sei letztlich mit Rücksicht auf die Beschäftigten gefallen. Ein Arbeitsweg von zusätzlich 30 bis 40 Minuten wäre für die Beschäftigten kaum zumutbar gewesen. „Wir haben einen Aderlass bei der Belegschaft befürchtet, die aber unser wichtigstes Kapital ist", so Steffen Tetzlaff.

Entscheidung zugunsten der Belegschaft

Zwar gebe es auch im Raum Lichtenfels und Kronach qualifizierte Fachkräfte, eine kurzfristige Kündigungswelle hätte dort jedoch erst in zwei bis drei Jahren wieder aufgefangen werden können. Fatal in der gegenwärtigen Situation, in der die Bewältigung der Finanzkrise noch immer eine wichtige Rolle einnehme. So sei man besonders froh darüber, auch dank eines enormen Einsatzes der Verantwortlichen bei der Stadt ein geeignetes Grundstück in Coburg gefunden zu haben. Bewusst habe man dabei in Kauf genommen, dass die erforderlichen Umbaumaßnahmen schwieriger und aufwändiger seien als ein Neubau „auf der grünen Wiese".

Was nach dem Umzug aus dem jetzigen ROS-Areal mit einer Gesamtfläche von rund 11.000 Quadratmetern werden wird, ist noch nicht entschieden. Man beabsichtige vorrangig den Verkauf der gesamten Fläche an einem Stück, aber auch eine Vermietung, komplett oder in Teilen, kommt in Betracht. Laut Eberhard Ros werden bereits Sondierungsgespräche mit Interessenten geführt.

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